07.05.2013

BARMHERZIGKEIT
























»Though justice be thy plea, consider this—
That in the course of justice none of us
Should see salvation. We do pray for mercy.«

(William Shakespeare) 
 

10.000 GRÜNDE


WELCHE GEBOTE UND WELCHE NICHT?

Ich hab mir mal erlaubt, ein Kapitel aus dem Buch »40 Questions About Interpreting the Bible« von Robert L. Plummer zu übersetzen. Plummer beschäftigt sich darin mit der Frage, inwieweit biblische Gebote für Christen heute noch Geltung haben. Vielleicht hilft’s ja dem ein oder anderen in der konstruktiven Auseinandersetzung mit liberaleren Zeitgenossen …

Gelten alle Gebote der Bibel heute noch?

„Warum besteht ihr ausgerechnet darauf, dass homosexuelle Handlungen falsch sind, wo doch die Bibel auch das Tragen von Kleidungsstücken verbietet, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (vgl. Lev 19,19). Ihr Christen wählt euch eure moralischen Grundsätze doch gerade so aus der Bibel aus, wie es euch am besten in den Kram passt!“ Anschuldigungen dieser Art sind heutzutage nicht unüblich. Aber in der Tat, wie können wir bestimmen, welche biblischen Gebote zeitlos anwendbar sind und welche nicht? Gibt es gar einen innerbiblischen Grund, warum wir manche Gebote der Schrift befolgen und andere ohne schlechtes Gewissen außer Acht lassen?

Bundesabhängige Gebote

Wenn wir uns dieser wichtigen Frage zuwenden, so haben wir zunächst zu unterscheiden zwischen Geboten, die im Zusammenhang des Alten Bundes stehen und die in Christus aufgehoben worden sind und solchen Geboten, die auch heute noch tagtäglich vom Volk Gottes befolgt werden sollten. Auch wenn es eine grobe Vereinfachung darstellt, so kann es doch hilfreich sein, Gottes Gebote im Alten Testament gedanklich zu unterteilen in eine zivile (soziale), eine zeremonielle (religiöse) und eine moralische (ethische) Kategorie. Die Gesetze, die zur zivilen und zur zeremoniellen Kategorie gehören (z.B. Speisegebote, Opferregelungen, Beschneidung, Städte als Schutzzonen etc.) finden ihre Erfüllung in Christus und sind somit nicht länger anzuwenden. Die Vorstellung, dass Christen nicht an die zivilen und zeremoniellen Gebote des Alten Testaments gebunden sind, findet sich im gesamten Neuen Testament. So lesen wir beispielsweise im siebten Kapitel des Markusevangeliums:

„Dann rief er [Jesus] die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein.« (Mk 7,14-19)  

Ähnliches lesen wir auch in der Apostelgeschichte:
                   
»Die Apostel und die Ältesten traten zusammen, um die Frage [nach der Beschneidung und der Einhaltung des mosaischen Gesetzes durch Heidenchristen] zu prüfen. Als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen: Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, bestätigte dies, indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab. Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen; denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? Wir glauben im Gegenteil, durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden, auf die gleiche Weise wie jene.« (Apg 15,6-11)

Nicht allein die zivilen und zeremoniellen Gesetze, sondern auch die zeitlosen moralischen Ansprüche Gottes finden ihre Erfüllung in Christus. Doch diese moralischen Gebote sollen auch weiterhin durch die vom Heiligen Geist befähigten Mitglieder des Leibes Christi befolgt und sichtbar gemacht werden (s. Röm 3,31).

Mancher spekuliert, was der Grund für einige der ungewöhnlicheren Gebote des Alten Testamentes sein könnte. Warum macht das Berühren eines toten Körpers jemanden für sieben Tage unrein (Num 19,11-13)? Warum war ausgerechnet das Essen von Wassertieren ohne Flossen und Schuppen verboten (Lev 11,9-10)? Manchmal werden pseudowissenschaftliche Gründe angeführt, so zum Beispiel in Büchern, die den Leser auffordern, exakt so zu essen, wie die antiken Israeliten (»Die Israel Diät«). Andernorts ergehen sich Pastoren und Bibelkommentatoren darin, die angebliche symbolische Bedeutung verschiedenster Gebote zu entschlüsseln. Zugegeben, es gibt symbolbeladene Begriffe; Sauerteig, zum Beispiel, scheint in der Bibel eine wiederholt negative Konnotation zu haben (Ex 12,8-20; 23,18; Lev 10,12; Lk 12,1; 1 Kor 5,6-8; Gal 5,9). Wie dem auch sei, abgesehen von diesen wenigen expliziten Fällen muten die vorgeschlagenen symbolischen Bedeutungen der alttestamentarischen Regeln doch allzu schnell allzu fantasievoll an. Was auch immer der Grund für die jeweiligen (oftmals wirklich seltsamen!) Gebote sein mag, so ist doch eines glasklar: Eine der Hauptfunktionen der Gebote bestand darin, Gottes Volk als eine abgesonderte, unterscheidbare Gruppe zu erhalten, die frei war von den Unreinheiten der sie umgebenden heidnischen Kulturen (s. Ex 19,6; Es 9,1; 10,11). Weiterhin legen einige der biblischen Gebote nahe, dass die umliegenden Nationen exakt die Praktiken ausübten, die Gott im Gesetz verbot – offensichtlich gerade auf Grund ihres heidnisch-religiösen Beigeschmacks (Lev 19,26-28). Gott bewahrte die Juden als sein auserwähltes Volk, um durch sie seinen Heilsplan zu offenbaren und, zur Fülle der Zeit, aus ihren Reihen den Erlöser hervorgehen zu lassen (Gal 4,4).

Viele vermeintliche Ungereimtheiten der christlichen Morallehre (z.B. der Vorwurf, Christen würden, was die Moralvorstellungen der Bibel betrifft, Rosinenpickerei betreiben) klären sich, wenn man den vorläufigen und vorbereitenden Charakter des Zivil- und  Zeremonialgesetzes des Alten Bundes versteht. Der Vergleich hinkt, doch stellen wir uns einmal vor, wie verrückt es wäre, wenn jemand die Anklage erheben würde: „Millionen von Menschen in jedem Bundesstaat der Vereinigten Staaten verstoßen gegen die Verfassung! Ihr haltet euch nicht an eure eigene Verfassung, denn schließlich verbietet doch der 18. Verfassungszusatz die Herstellung, den Verkauf und den Transport von berauschenden Substanzen!“ In diesem Fall würden wir antworten: „Ja, der Zusatz war einmal Gesetz des Landes, aber er wurde aufgehoben vom 21. Verfassungszusatz, der wie folgt beginnt: ‚Der 18. Artikel des Zusatzes zur Verfassung der Vereinigten Staaten wird hiermit aufgehoben.‘“

Die Bibel ist kein übernatürliches Politik-Handbuch, in dem jede Seite gleichermaßen zeitlose Anweisungen enthält. Ja, „alles, was Gott sagt, ist unzweifelhaft wahr“ (Spr 30,5). Nichtsdestotrotz, die Bibel ist mehr wie ein mehrbändiges Erzählwerk, in dem die späteren Kapitel über die endgültige Bedeutung und zuweilen auch über den vorübergehenden, zeitlich und kulturell angepassten Charakter früherer Regulierungen und Ereignisse aufklären (s. Matt 19,8). Alttestamentliche Gebote, die im Neuen Testament wiederholt werden (wie z.B. das Verbot der Homosexualität [Lev 18,22; 1 Kor 6,9]) oder die nicht ausdrücklich aufgehoben werden (wie z.B. die zivilen und zeremoniellen Gebote [Mk 7,19; Heb 10,1-10]) haben bleibende Bedeutung für das Leben des vom Heiligen Geist geführten Gottesvolkes.

Präskriptiv vs. Deskriptiv [Vorschreibend vs. Beschreibend]   

Wenn wir darüber reflektieren, inwiefern biblische Texte heute noch anwendbar sind, so ist es ebenfalls wichtig, zu beachten, ob ein Text vor-schreibend oder be-schreibend ist. Gemeint ist: Schreibt ein Text aktiv eine bestimmte Handlungsweise vor („Du sollst nicht …“) oder beschreibt er lediglich Verhalten („Jesus setzte sich zu Tische …“)? Die Klärung dieser Frage kann im Einzelfall sehr kompliziert sein, da zuweilen ein bestimmtes Verhalten als lobenswert beschrieben wird und der entsprechende Text so, auf einer zweiten Ebene, eine vorschreibende Funktion haben kann. Lukas berichtet beispielsweise wiederholt von der Gebetspraxis Jesu (s. Lk 3,21; 5,15-16; 6,12; 9,18-22.29; 10,17-21; 11,1; 22,39-46; 23,34.46). Solche deskriptiven Passagen ergänzen die ausdrücklicheren Ermahnungen zum Beten im Lukasevangelium (Lk 11,2-13; 18,1-8; 22,40.46). Dementsprechend ist es eine gute allgemeine Regel, dass ein im Text beschriebenes Verhalten dann als vorgeschrieben betrachtet werden kann, wenn nachfolgende Lehre diese Annahme ausdrücklich unterstützt.

Eine andere Situation, in der wir den Unterschied zwischen der deskriptiven und der präskriptiven Natur eines Textes beachten müssen, ist die christliche Taufe im Neuen Testament. Einige Christen behaupten, dass die Taufe sofort und unverzüglich nach der Bekehrung eines Konvertiten vollzogen werden müsse. Um ihre Sicht der Dinge zu stützen, zitieren sie zahlreiche Erzähltexte aus dem NT, die Situationen beschreiben, in denen die Taufe unmittelbar nach dem Zum-Glauben-Kommen einer Person erfolgt (z.B. Apg 2,41; 8,12.38; 9,18; 10,48; 16,15.33; 18,8). Wie auch immer, nirgendwo im Neuen Testament finden wir eine Vor-schrift, die besagt: „Tauft Personen unverzüglich nachdem sie zum Glauben gekommen sind.“ Es ist klar, dass alle Gläubigen getauft werden müssen (Matt 28,19; Röm 6,3-4; 1 Kor 1,13-16), aber der exakte Zeitpunkt der Taufe im Verhältnis zur Bekehrung wird nicht ausdrücklich festgelegt.

Wenn wir also weiter über den Zeitpunkt der Taufe nachdenken, sollten wir beachten, dass viele der in der Apostelgeschichte beschriebenen Bekehrungen sich in Familien und Gruppen ereigneten, die mit den heiligen Schriften des Alten Testamentes vertraut waren und diese in und auswendig kannten. Ja, die frühe Kirche war schnell im Befolgen des jesuanischen Befehls, die Jünger zu taufen – aber der Hintergrund und das Umfeld dieser frühen Gläubigen unterschied sich beträchtlich von dem heutiger Konvertiten. Zudem war die Offensichtlichkeit der Bekehrungen, die die apostolische Verkündigung in der Apostelgeschichte begleiteten, oftmals dramatisch und/oder im wahrsten Sinne des Wortes wunder-sam. Da wir kein ausdrückliches Gebot bezüglich des Zeitpunktes der Taufe haben, sind wir darauf angewiesen, in der Beurteilung des Glaubens neuer Konvertiten mit Weisheit und Unterscheidungsgabe vorzugehen. So schlussfolgern wir: Zuweilen kann eine unverzügliche Taufe angebracht sein, zuweilen kann aber auch eine weitere Zeit der Unterweisung und der Bewährung nötig sein.

Kultur, Zeit und biblische Gebote

In Bezug auf Kultur und Zeit können die moralischen Gebote der Schrift in zwei Kategorien unterteilt werden:

[1] Gebote, die mit kleinen oder gar keinen Veränderungen von Kultur zu Kultur transferiert werden können.

[2] Gebote, die zeitlose Prinzipien verkörpern, die in verschiedenen Kulturen auf verschiedene Art und Weise Ausdruck finden können.

Viele der Gebote in der Schrift sind – mit kleinen oder gar keinen Veränderungen – auch in anderen Kulturkreisen direkt anwendbar. Beispielsweise lesen wir in Levitikus 19,11: „Ihr sollt nicht stehlen.“ Obwohl verschiedene Kulturkreise unterschiedliche Vorstellungen von Privatbesitz und öffentlichem Gut haben, unterstehen alle Menschen gleichermaßen diesem kulturübergreifenden Verbot. Es ist falsch, das Privateigentum eines anderen zu stibitzen.

Andere Gebote der Schrift – obwohl in verschiedenen Kulturen unmittelbar anwendbar – haben noch weitergehende Implikationen, die abhängig sind vom Kulturkreis, in dem sie umgesetzt werden sollen. Zum Beispiel lesen wir in Epheser 5,18: „Berauscht euch nicht mit Wein.“ Dieses Verbot kann zeitlos und quer durch alle Kulturen angewandt werden. Es ist immer falsch, sich mit Wein zu besaufen, egal zu welcher Zeit und in welchem Kulturkreis. Wie dem auch sei, im Bemühen um eine detailliertere Anwendung sollte sich ein Schüler der Schrift ebenfalls fragen, was für andere Substanzen in seinem jeweiligen Kulturkreis existieren, die einen ähnlichen Effekt wie der Wein haben können (Wodka, Marijuana etc.). Auf diese Weise erfährt das ursprüngliche Verbot – obwohl im engeren Sinne unmittelbar verständlich – breitere Anwendung. Ein Weg, zur rechten Anwendung zu gelangen, besteht darin, das zugrundeliegende Prinzip des ursprünglichen Gebotes herauszudestillieren. Im Falle von Epheser 5,18 z.B. so: „Nehmt nicht in dem Maße berauschende Substanzen zu euch, dass ihr die Kontrolle über eure normalen körperlichen Funktionen und eure natürlichen moralischen Hemmungen verliert.“

Die Tatsache, dass es keinen großen Unterschied macht, ob man sich nun mit Wein, Bier oder Wodka betrinkt, leuchtet den meisten Lesern sofort ein. Aber wie steht es mit einem Gebot, dass eine stärkere kulturelle Färbung hat? In 1 Korinther 11,5 schreibt der Apostel Paulus zum Beispiel: „Eine [verheiratete] Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt.“ Sollten heutige Frauen also ihren Kopf bedecken, wenn sie in der Öffentlichkeit beten? Nochmal: Es ist von großer Bedeutung nach dem Zweck hinter dem ursprünglichen Gebot des Paulus zu fragen. War es speziell das physische Bedecken des Kopfes mit einem Stück Stoff, worum es ihm ging? Ging es ihm nicht vielmehr um die Zuordnung der Frau zu ihrem Ehemann, die in seinem speziellen Kulturkreis in der Bedeckung des weiblichen Hauptes ihren Ausdruck fand (s. 1 Kor 11,1-16)? Wenn dem so ist, dann dürfen wir getrost fragen: „Ist das Bedecken des Hauptes in unserem kulturellen Kontext sichtbarer Ausdruck der Zuordnung der Frau zu ihrem Ehemann?“ Offensichtlich nicht. Welche anderen Verhaltensweisen drücken dann die Zugehörigkeit der Frau zu ihrem Ehemann aus? Zwei Beispiele aus dem südöstlichen Teil der USA sind das Tragen eines Eherings am linken Ringfinger und das Annehmen des Nachnamens des Ehemanns (ohne Bindestrich). Während das Beibehalten des Mädchennamens in einigen Kulturkreisen (z.B. in China) kein Zeichen einer unbiblischen Unabhängigkeit darstellt, so wäre es in den Kreisen, in denen ich aufwuchs, eine implizite Ablehnung der biblischen Geschlechterrollen in der Ehe.      

Abschließend sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass es auch nicht-moralische Gebote gibt, die außerhalb ihres ursprünglichen Kontextes keine Anwendung finden. Es handelt sich dabei um Gebote, die von ihren Adressaten ein für alle Mal erfüllt worden sind und die keinerlei paradigmatische Gültigkeit beanspruchen. Die Liste dieser Gebote ist sehr kurz. Ein Beispiel wäre 2 Timotheus 4,13. Paulus bittet Timotheus: „Wenn du kommst, bring den Mantel mit, den ich in Troas bei Karpus gelassen habe, auch die Bücher, vor allem die Pergamente.“ Dieses Gebot wurde – so dürfen wir annehmen – von Timotheus erfüllt und hat somit keine weitere direkte Bedeutung für andere Zeiten oder Kulturkreise.

Nachfolgend eine Liste von Richtlinien, die uns helfen können, zu bestimmen, auf welche Weise biblische Gebote in verschiedenen Kontexten angewandt werden können:

Formuliere das biblische Gebot abstrakter und allgemeiner um. Verlangt die Anweisung nach einer kulturspezifisch-offenen Anwendung im Sinne eines tieferen zugrundeliegenden Prinzips? Oder sind das Gebot und die kulturspezifische Anwendung fest definiert und untrennbar verbunden?

Würde eine heutige wortwörtliche Anwendung des Gebotes tatsächlich das bewirken, was der biblische Autor im Sinn hatte (vorausgesetzt, man kann bestimmen, was der Autor im Sinn hatte)?

Enthält der Text Details, die darauf schließen lassen, dass die Anweisungen nur für einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Zeit vorgesehen sind?

Enthält der Text Details, die darauf schließen lassen, dass die Anweisungen kulturübergreifend anwendbar sind (soll heißen: das Gebot gilt unverändert in allen Kulturkreisen)?

Stimmen deine Schlussfolgerungen bezüglich eines Textes mit anderen Aussagen des Autors im weiteren kanonischen Kontext überein?

Gibt es eine heilsgeschichtliche Entwicklung (Alter Bund > Neuer Bund), die einen scheinbaren Widerspruch im biblischen Befund erklären würde?

Hüte dich vor der verführerischen Dimension des eigenen Herzens, das hermeneutische Prinzipien benutzen möchte, um Ungehorsam zu rechtfertigen. Interpretative Prinzipien können, darin einem scharfen Messer gleich, zum Guten wie zum Bösen verwendet werden.

01.04.2013

GESCHLECHTER ALS ZEICHEN
















»Es hat seinen Grund, dass die Geschlechter verschieden geschaffen wurden: Sie sollen uns symbolhaft die verborgenen Dinge Gottes vor Augen führen. Und so soll die Ehe das Einssein von Christus mit seiner Gemeinde darstellen. Gott hat lebendige, verheißungsvolle Zeichen auf die Leinwand unserer Natur gemalt; es steht uns nicht zu, sie zu nehmen und nach Belieben ineinander umzuwandeln, als wären es bloße geometrische Figuren.«  (C.S. Lewis)