07.01.2013

BIBEL UND KATECHISMUS

Der Baptistenpastor John Piper erklärt seiner Gemeinde, was ein Katechismus ist und warum der Gebrauch eines solchen nicht unbiblisch ist. Obwohl Katholiken generell weniger Berührungsängste mit außerbiblischen Lehrmitteln haben, halte ich den Text dennoch für lesenswert. Ich hab ihn mal übersetzt und um einige Verse ergänzt: 

Was ist ein Katechismus?

In 1 Korinther 14,19 sagt Paulus: „Ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen.“ In Galater 6,6 sagt er: „Wer aber unterrichtet wird im Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten.“ In Apostelgeschichte 18,25 heißt es von Apollos, dass er „unterwiesen [war] im Weg des Herrn.“

In jedem dieser Verse lautet das altgriechische Wort für ‚unterweisen‘ oder ‚unterrichten‘ κατηχέω (katecheo). Von diesem Wort leiten wir unsere deutschen Begriffe ‚katechetisieren‘ und ‚Katechismus‘ ab. Gemeint ist damit nichts anderes als das Lehren und Unterrichten biblischer Wahrheiten in einer systematisch-geordneten Art und Weise. Klassischerweise geschieht dies durch Fragen und Antworten, die durch Belegstellen aus der Schrift und Erklärungen ergänzt werden.

Gibt es so etwas wie ein biblisches Lehrmuster?

Zahlreiche Textstellen besagen, dass es sich so verhält. Beispielsweise dankt der Apostel Paulus Gott im Römerbrief (6,17) dafür, dass die Römer „von Herzen der Lehre gehorsam geworden [sind], an die [sie] übergeben wurden.“ Und den Timotheus ermahnt derselbe Apostel (2 Tim 1,13): „Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist.“ In Apostelgeschichte 2,42 heißt es von der Urgemeinde in Jerusalem: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“ Im 2. Brief an die Thessalonicher steht: „Seid also standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief.“ In Apostelgeschichte 20,27 sagt Paulus in seiner Abschiedsrede an die Ältesten der Gemeinde von Ephesus: „Ich habe nicht unterlassen, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.“ Und auch der Apostel Johannes mahnt in seinem zweiten Brief nachdrücklich: „Achtet auf euch, damit ihr nicht preisgebt, was wir erarbeitet haben, sondern damit ihr den vollen Lohn empfangt. Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß.“ (2 Joh 1,9f.) Es scheint also so zu sein, dass es bereits in der frühen, neutestamentlichen Kirche einen Umfang an autoritativer Lehre und auch einen eigenen Weg der Unterweisung gab.

Warum ist das wichtig?

Weil …

1.) … auch wir angehalten sind, „unerschütterlich und unbeugsam am Glauben fest[zu]halten“ (Kol 1,23); und zwar an dem „überlieferten Glauben, der den Heiligen ein für allemal anvertraut ist.“ (Jud 3)

2.) … auch wir ermahnt werden, hinzugelangen „zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.“ (Eph 4,13.14)

3.) … es viele Verführer und falsche Lehrer gibt (1 Joh 2,26; Jud 4)! „Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.“ (Apg 20,30)

4.) … es Schriftstellen und Lehren gibt, die schwer zu verstehen sind und die „die Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen“ (2 Pet 3,16).

5.) … Leiter und Mitarbeiter ausgebildet werden müssen, die dann in der Lage sind „mit der gesunden Lehre die Gemeinde [zu] ermahnen und die Gegner [zu] widerlegen.“ (Tit 1,9) „Älteste, die das Amt des Vorstehers gut versehen, verdienen doppelte Anerkennung, besonders solche, die sich mit ganzer Kraft dem Wort und der Lehre widmen.“ (1 Tim 5,17)

Q: DesiringGod 
 

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