01.01.2013

HOCHFEST - ADVOCATA NOSTRA

Wir Nachgeborenen vergessen nur allzu oft, dass Maria eine lebendige Beziehung zu ihrem Sohn hatte – und zwar auch noch über dessen Himmelfahrt hinaus. Im Gebet. Was für ein merkwürdig-erhabenes Gefühl muss das für einen einfachen Christen der Jerusalemer Urgemeinde gewesen sein, Gott den Vater in Jesu Namen zu bitten oder gar zum Christus selbst zu beten und dabei neben der Frau zu sitzen, die eben diesen Gottmenschen in sich getragen, zur Welt gebracht und bis zum Tod am Kreuz begleitet hat. Es wäre nur natürlich, sie um ihr Gebet und ihre besondere Fürsprache zu bitten. Maria, die alles in ihrem Herzen bewahrt hatte (vgl. Lk 2,19), wird in der Urgemeinde eine viel gefragte Erzählerin und Fürbitterin gewesen sein. Es ist leicht vorstellbar (und nur folgerichtig), dass die Menschen, die sie kannten, sie nach ihrem eigenen Tod, jetzt, wo sie sie doch in noch größerer Nähe zu ihrem Sohn wähnen mussten, einfach weiter um Fürsprache baten, im Gebet: „Ora pro nobis Deum!“ 

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