25.01.2013

KIRCHE VOR WELT

Es ist doch immer schön, wenn die Lektüre sich ergänzt. So habe ich heute bei zwei sehr unterschiedlichen Theologen mit sehr unterschiedlichem kirchlichem Background zwei sehr ähnliche Gedanken gefunden. Der katholische Kardinal Henri de Lubac (1896-1991), wohl bekanntester Vertreter der Nouvelle Théologie, schreibt in »Glauben aus der Liebe«:


„Die wenigen, die in Christus alles empfingen, sind eingesetzt für das Heil derer, die ihn nicht erkennen konnten. Ihr Vorrecht ist Sendung.“

 
Und siehe da, in seinem Büchlein »Die Politik des Leibes Christi« schreibt der täuferisch-mennonitische Theologe John Howard Yoder (1927-1997): 


„Das Volk Gottes ist heute schon berufen, das zu sein, wozu letztlich auch die Welt berufen ist.“




Vielleicht gelingt es ja eines Tages, auf dieser Linie so etwas wie eine bessere ökumenische Ekklesiologie zu entwickeln. Denn schließlich sind auch nach katholischem Verständnis Kirche und Ämter kein Selbstzweck, sondern stehen ganz im Dienst der Sendung, des Auftrags und der Erneuerung der Welt durch Christus.

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