09.02.2013

MIT GOLDMUND IN DIE MEDIEN-SCHLACHT

Chrysostomos (349-407)
»Du bekriegst die Kirche, aber du kannst ihr, die du bekriegst, keinen Schaden zufügen. Es ist dir hart, wider einen scharfen Stachel auszuschlagen. Du machst den Stachel nicht stumpf, aber deine Füße blutig. So können auch die Wogen den Fels nicht zerstören; eher lösen sie sich selbst in Schaum auf. Nichts ist mächtiger als die Kirche, o Mensch! Mache dem Krieg ein Ende, auf dass es nicht mit deiner Macht zu Ende gehe! Führe nicht Krieg gegen den Himmel! Wenn du einen Menschen bekriegst, wirst du entweder siegen oder unterliegen; wenn du die Kirche bekriegst, ist es nicht möglich, dass du siegest; denn Gott ist der Allerstärkste. „Oder machen wir eifern den Herrn? Sind wir stärker als er?“ Gott hat sie befestigt; wer unternimmt es, sie zu erschüttern? Du kennst seine Macht nicht. „Er schaut über die Erde und macht sie zittern;“ er gebietet, und was erschüttert war, steht wieder fest. Wenn er die wankende Stadt befestigt, kann er noch weit eher der Kirche Festigkeit verleihen. Die Kirche ist stärker als der Himmel. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Welche Worte? „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Wenn du dem Worte nicht glaubst, so glaube den Tatsachen. Wie viele Tyrannen haben schon die Kirche bezwingen wollen, bald mit Hilfe glühender Marterpfannen, bald durch Feuer, bald durch die Zähne wilder Tiere, bald durch die Schärfe des Schwertes — und haben sie nicht bezwungen! Wo sind Jene, die den Krieg gegen die Kirche geführt haben? Man spricht nicht mehr von ihnen, sie sind der Vergessenheit anheimgefallen. Wo ist die Kirche? Sie glänzt heller als die Sonne. Jene sind erloschen samt ihrer Macht; sie ist unsterblich. Konnten also damals, wo es nur wenige Christen gab, diese wenigen nicht besiegt werden: wie willst du jetzt siegen, wo Glaube und Frömmigkeit sich über die ganze Erde verbreitet haben? „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Ganz natürlich: denn Gott liebt die Kirche mehr als den Himmel. Er hat nicht einen Himmelsleib, sondern der Kirche Leib angenommen; um der Kirche willen ist der Himmel, nicht wegen des Himmels die Kirche da.«

(Johannes Chrysostomos, „Rede vor seiner Verbannung")

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